Entlassfeier 2016

Schulabschluss ist nur die Vorspeise

17 Kirchdorfer Inntal-Mittelschüler wurden in ihre berufliche Zukunft entlassen

 Active Image

Die Abschlussklasse mit den Schulbesten (vorne, ab 2. v. re.) Carina Wimmer, Lena Prehofer und Stefanie Fischer sowie Rektor Rainer Lehner (re.),und (v. li.) den beiden EB-Vorsitzenden Robert Zellner und Tanja Brodschelm, Bürgermeister Johann Springer (hinten, li.), Julbachs Vize-Bürgermeister Hans-Peter Brodschelm (hinten, re.) und Klassenlehrer Max Gottschaller

Kirchdorf. Sie haben es geschafft, die 17 Neuntklässler der Inntal-Mittelschule. Die Schulzeit ist vorbei und der sogenannte Ernst des Lebens beginnt. Alle 17 haben den Mittelschulabschluss in der Tasche und 15 von ihnen den Qualifizierenden Abschluss. Eine Quote von fast 90 Prozent, freute sich Rektor Rainer Lehner bei der Abschlussfeier über das tolle Ergebnis. Die drei Besten – Carina Wimmer, Lena Prehofer und Stefanie Fischer – hatten jeweils eine Eins vor dem Komma.

Gleich zu Beginn der Feier drohte Lehner damit, den Entlassschülern noch einmal die Leviten zu lesen und sie aufs Übelste zu beschimpfen. So sei die Jugend von heute heruntergekommen, zuchtlos, tyrannisiere die Lehrer, habe keine Ehrfurcht vor dem Alter und wenn das so weiter geht, bleibe wenig Hoffnung und das Ende scheint nahe.

Doch Lehner gab schnell Entwarnung: Dies sei nicht seine Meinung, sondern Aussagen aus uralten Zeiten und Zitaten von Sokrates, Aristoteles und dem Mönch Peter. Das zeige, dass es im Laufe der Geschichte mit Jugend und Erwachsenen nicht einfach war. Zurück in der Gegenwart hatte Lehner viele lobende Worte für seine Entlassschüler. Er blickte ins Jahr 2007, als sie eingeschult wurden, von den ersten Buchstaben bis zur Quali-Prüfung, und dem Wissen, das in dieser Zeit enorm gewachsen ist. Lehner ging auf die schnellen Veränderungen ein, zeigte viel Hoffnung für die Jugend und pochte auf eine funktionierende Sozialgemeinschaft, dann ginge es in der Welt gut weiter.
"Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, dass sie alt sind, und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können", so Lehner nach einem Spruch von Kurt Tucholski. Er wünschte seinen Schulabgängern, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, einen Beruf, der Freude macht, die Kunst, eigene Fähigkeiten zu entfalten, sowie Freunde und Eltern, die sie weiter durchs Leben begleiten.

Bürgermeister Johann Springer verglich das Leben mit einer Menüfolge. Die Schulzeit sei der sogenannte Gruß aus der Küche gewesen – ein Vorgeschmack, ein Aperitif, der Lust auf mehr macht, von dem man begeistert ist oder auch nicht. Neues, Unerwartetes, Ungewöhnliches kommt auf einen zu. Und so wie man sich auf eine Gerichtfolge einessen muss, so muss man sich auch an den neuen Geschmack des Berufslebens gewöhnen. Mit der Vorspeise "Ausbildung" steht einem in Bezug auf die Hauptspeise vieles offen. Grundwissen, Beruf, Fort- und Weiterbildung seien eine solide Basis, doch Geschmack kann sich verändern und es darf ruhig experimentiert und ausprobiert werden.

Julbachs 2. Bürgermeister Hans-Peter Brodschelm blickte in die erleichterten Gesichter der Schulabgänger. "Wir sind am Ziel, die Lehrer am Ende – wird sich wohl so mancher denken", meinte Brodschelm, doch alle hätten die Schulzeit überlebt und gehen den nächsten Schritt in Eigenverantwortung.

Active Image 

Stefanie Fischer, Carina Wimmer und Lena Prehofer (v. re.) umrahmten die Abschlussfeier musikalisch.

Dank geht auch an die Lehrkräfte

Für ihre Klassengemeinschaft hielten Nadine Muschik und Carina Wimmer einen Rückblick auf die Schulzeit und bedankten sich bei verschiedenen Lehrkräften mit Blumen und Geschenken.

Elternbeiratsvorsitzender Robert Zellner wünschte den Jugendlichen viel Kraft für die neue Verantwortung, dass sie sich selbst treu bleiben, Engagement und Fleiß zeigen und in der Hauruck-Ellenbogengesellschaft stets auf Fairness achten.

Klassenlehrer Max Gottschaller begleitete die Abschlussschüler die letzten drei Jahre durch die Schulzeit und präsentierte in einer Rückschau in Wort und Bild, was sich in dieser Zeit alles getan hat. Seine Klasse glänzte mit einem hohen Grad an Selbstorganisation und werde sich auch in Zukunft in Arbeitswelt und weiterführenden Schulen bewähren, zeigte sich Gottschaller zuversichtlich.

Bei der feierlichen Zeugnisverteilung durch Gottschaller und Rektor Lehner gratulierten zusätzlich die beiden Bürgermeister sowie IMS-Elternbeiratsvorsitzende Tanja Brodschelm mit Rosen und Kollege Robert Zellner. Zusätzlich mit Gutscheinen wurden die Abschluss-Besten Carina Wimmer (1,55 Notendurchschnitt), Lena Prehofer (1,61) und Stefanie Fischer (1,94) geehrt. Besonders erfreut erwähnte Lehner, dass alle Schüler eine Berufsausbildung beginnen bzw. eine weiterführende Schule besuchen werden.

Und so wie der erste Schultag, begann auch der letzte mit einem Gottesdienst, der von Pfarrer János Kovács und Heike Schickl unter dem Thema "Fairness" gestaltet worden war. Im Anschluss an die Abschlussfeier, die musikalisch von Stefanie Fischer, Carina Wimmer und Lena Prehofer umrahmt wurde, lud der Elternbeirat noch zu einem Umtrunk mit Sekt und Orangensaft ein.

Active Image 

Rektor Rainer Lehner (li.), Julbachs Vize-Bürgermeister Hans-Peter Brodschelm, Kirchdorfs Bürgermeister Johann Springer (2. v. re.) und Klassenlehrer Max Gottschaller (re.) mit den Klassenbesten (vorne, v. re.) Carina Wimmer, Stefanie Fischer und Lena Prehofer.

 

Artikel von Monika Hopfenwieser PNP Lokalredaktion Simbach am 28.07.2016

Weitere Bilder finden Sie hier.